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LEBEN IN DREIEICH
Stadtporträt
Stadtteile

Stadtteile

Auf dieser Seite finden Sie Kurzporträts zu den fünf Stadtteilen Dreieichs, einiges zu ihrer Geschichte und den Besonderheiten der früher eigenständigen Gemeinden, die heute eine gemeinsame Stadt bilden.
  • Buchschlag

    Der Dreieicher Stadtteil im Westen der Stadt liegt im Gebiet des ursprünglichen Waldgeländes beim Forsthaus Buchschlag. Sein Name leitet sich möglicherweise von einem ehemals dort befindlichen Schlagbaum der Dreieicher Ringlandwehr her.

    Heutzutage befindet sich hier die Villenkolonie Buchschlag, die zur sogenannten Gartenstadtbewegung zählt und die größte geschlossene Siedlung dieser Art ist. Buchschlag ist als jüngster der Dreieicher Stadtteile eine Siedlung, die Anfang des 20. Jhs. ursprünglich als genossenschaftliches Projekt geplant war. Die Wohnkolonie geht auf die Pläne des Kaufmanns und Sozialreformers Jakob Latscha zurück, der ab ungefähr 1900 eine Wohnkolonie im Grünen errichten wollte, die es auch weniger begüterten Stadtbewohnern wie Handwerkern oder Beamten erlauben sollte, in der Natur zu leben.

    Der Anschluss Buchschlags an die Dreieichbahn im Jahre 1905 bot dafür gute Bedingungen. Der ästhetische Anspruch der damaligen Domanialverwaltung, die bis in Detailfragen hinein Einfluss nahm, und das sozialreformerische Anliegen Latschas waren jedoch nicht vereinbar. So entstanden auf günstigen Grundstücken schließlich hochwertige Bauten, die nur von vermögenden Bauherren finanziert werden konnten. Von 1905 an orientierte sich der endgültige Bebauungsplan an der Struktur großbürgerlicher Villenviertel in Städten. Dieser Tatsache ist es jedoch zu verdanken, dass renommierte Architekten wie Wilhelm Koban, Ludwig Bernoully und Alois Beck an denkmalgeschützten Villenensemble mitwirkten, das bis heute dem Ortsteil Buchschlag seinen einzigartigen Reiz verleiht.

    Besuchen Sie hier unsere Bildergalerie mit Impressionen aus Buchschlag.

  • Dreieichenhain

    Die Altstadt von Dreieichenhain ist wohl das Schmuckstück des heutigen Dreieichs. Hier ist die mittelalterliche Geschichte der Stadt in zahlreichen gut erhaltenen Fachwerkbauten in der Fahrgasse wie dem Ludwig-Erk-Haus, dem Obertor und natürlich der alten Burg Hayn noch immer lebendig.

    Ihren Ursprung hat die Burg Hayn im sogenannten Wildbann Dreieich, einem ottomanischen Königsgut, das von einem Reichsvoigt als Forst verwaltet wurde. Dieser königliche Jagdhof mit Herrenhaus und Nebenhöfen im Besitz der Herren von Hagen (später Hagen-Münzenberg) wurde zum Ende des 11. Jhs. zu einer wasserumwehrten Turmburg und im 12. Jh. schließlich zu einer Reichsburg ausgebaut, die eine vorgelagerte romanische Stadtanlage umfasste, welche sich ungefähr bis zur heutigen Spitalgasse erstreckte

    Seit 1256 lassen sich für den Ort Hayn in der Dreieich erstmals Stadtrechte nachweisen. Nach der Erbteilung des Besitzes wurde die Stadtanlage ab dem 13. Jh. bis zum noch erhaltenen Obertor erweitert. In dieser Vorstadt lebten vor allem Handwerker und Gewerbetreibende, es gab einen Markplatz, die Stadt erhielt ein Hospital und eine Lateinschule.

    Im 15. Jh. wurde die Stadt schließlich zur Festung ausgebaut. Gräben, Wälle und Außenbefestigungen wurden errichtet und die Burganlage samt Stadt und Vorstadt nach neusten Erkenntnissen befestigt. Spätestens ab dem 16. Jh. waren Stadt und Burg keine ständige Residenz mehr und im 18. Jh. erwies sich schließlich auch der Erhalt ihrer Befestigungsanlagen als zu aufwändig. Sie wurden teils abgerissen und als Material für den Straßenbau verwand.

    Heute ist die historische Altstadt der Anziehungspunkt für viele Gäste Dreieichs und bietet mit seinen Burgfestspielen und dem Weihnachtsmarkt auch seinen Bewohnern kulturelle Höhepunkte.

  • Götzenhain

    Der Stadtteil Götzenhain entwickelte sich aus dem "Dorf auf der Höhe", einer früher auch „Küchendorf“ genannten Siedlung der Burg Hayn. Ringförmig wurde hier umgeben von Wall, Gebück und Graben um etwa 1200 ein Dorf angelegt, das der Versorgung der Burg diente. Entsprechend bestand die Bevölkerung bis ins 17. Jh. hauptsächlich aus Bauern. Noch immer ist die ovale Anlage des Ortsteiles zu erkennen, zeigen doch die Gartenparzellen des „grünen Rings“ noch immer deutlich die ehemalige Umfriedung Götzenhains.

    Die Folgen von Reformation, Kirchenspaltung und Glaubenskriegen bekam auch Götzenhain immer wieder zu spüren. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die ländliche Bevölkerung auf ein Drittel dezimiert und die Kirche wurde infolge eines Glaubensstreits mit der Obrigkeit über einhundert Jahre geschlossen. Erst 1724 erhielt Götzenhain eine eigene evangelisch-lutherische Pfarrei. Die Evangelische Pfarrkirche des Ortes wurde allerdings erst 1776 anstelle einer durch ein Unwetter zerstörten gotischen Vorgängerkirche errichtet. 

    Südlich und etwa einen Kilometer von der Kirche entfernt befindet sich das Schloss Phillipseich mit eigener Kirche und Försterei und ungefähr zwei Kilometer nördlich von Götzenhain kann man auf dem reizvoll gelegenen Hofgut Neuhof nicht nur die Freizeit bei Kaffee und Kuchen verleben oder sich beim Spaziergang durch die Felder und Streuobstwiesen entspannen, sondern auf dem angeschlossenen Golfplatz auch sportlich erholen. Nicht zuletzt kann man von der Stangenpyramide bei Götzenhain auch eine wunderbare Aussicht auf die Skyline von Frankfurt und den Taunus genießen.

  • Offenthal

    Dieser heutzutage noch immer durch Landwirtschaft geprägte Stadtteil ist nach Sprendlingen die wohl älteste Siedlung im Dreieicher Gebiet. Nur wenige Bauernhöfe gruppierten sich in der ersten Hälfte des 9. Jhs. in „Ovendan“ um eine Marienwallfahrtskapelle. Diese Kapelle wurde um 1400 durch eine Stiftung der Anna von Falkenstein durch eine gotische Kirche ersetzt, deren mächtiger Turm noch heute das Ortsbild prägt, womit sie zu den ältesten Kirchen im Kreis Offenbach gehört. 1530 wurde Offenthal durch die Reformation des Erasmus Alberus evangelisch.

    Im Mittelalter und der frühen Neuzeit herrschten wie in den anderen Dreieicher Siedlungen und Orten die Herren von Hagen-Münzenberg, von Falkenstein und von Isenburg, bis Offenthal 1816 schließlich Hessen-Darmstadt zufiel. Die Bevölkerung des Ortes lebte hauptsächlich von der Landwirtschaft und als Nebenerwerb im Steinbruch, als Holzfäller oder Leineweber. Schließlich zog es viele Einwohner zum Arbeiten auch nach Frankfurt, wo sie ihren Lebensunterhalt als Maurer verdienten. Die Arbeit im Steinbruch und das Maurerhandwerk erklären wohl auch Meißel und Winkel im Gemeindewappen.

    Mit dem Anschluss an die Dreieichbahn wurde Offenthal auch für Pendler zunehmend interessant. Die Einwohnerzahl nahm seitdem beständig zu, heute leben über 5000 Menschen hier. Offenthal bietet dank der ländlichen Umgebung seinen Bewohnern Ruhe und Entspannung, aber auch eine komfortable Nähe zum Dreieicher Zentrum und zur Stadt Frankfurt. Es liegt außerdem an der Apfelwein- und Obstwiesenroute und der Deutschen Fachwerkstraße, wodurch es zu einem beliebten Ziel für Ausflügler im Großraum Frankfurt wird.

  • Sprendlingen

    Der bevölkerungsreichste Stadtteil Dreieichs ist zugleich auch der wahrscheinlich älteste im Stadtgebiet. Als vorchristliche alemannische Siedlung entstanden, wird die „Spirendelinger marca“ bereits um 834 in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Später soll in „Sprendilingun“ eine dem Heiligen Laurentius geweihte Kirche gestanden haben.

    Als Teil des Forstes Dreieich unterstand Sprendlingen im Mittelalter den Reichsvoigten und Herren von Hagen-Münzenberg sowie ihren späteren Erben. Wie in anderen Teilen Dreieichs so war auch in Sprendlingen die Epoche der Reformation und Glaubenskriege eine Zeit großer Umwälzungen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es fast vollständig vernichtet. Allerdings kommt dem Ort eine besondere Rolle zu, denn der Reformator Erasmus Alberus, ein Schüler und Freund Martin Luthers, war von 1527 bis 1538 auch der erste evangelische Pfarrer in Sprendlingen und brachte die Lehren der Reformation in der Region in Umlauf. Ihm zu Ehren ist die Erasmus-Alberus-Kirche am historischen Lindenplatz auch nach ihm benannt.

    Am Platz finden sich noch schöne Beispiele der Sprendlinger Fachwerkarchitektur und im Sommer zum "Hooschebaa-Fest" feiert Dreieich hier bei Schobbe und Tanz. Auch das historische Rathaus und die Mikwe, ein jüdisches Ritualbad aus dem 18. Jahrhundert, zählen zu den seltenen Baudenkmälern des Stadtteils. Zudem ist Sprendlingen mit Veranstaltungen in seinem Bürgerhaus jederzeit für einen Besuch wert.